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FAI verleiht "Paul Tissandier Diploma" an
Hans Zacher
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Wer?
Röntgen, Pasteur, Morse, diese vortrefflichen Männer der Wissenschaft, haben mit dem üblen Richter Lynch eine semantische Gemeinsamkeit: Ihr Name wurde zum Tätigkeitswort. Man kann röntgen, pasteurisieren, morsen, lynchen. Wer Verb wird, wird unsterblich. Auch Hans Zacher? Das Zachern gehört zum Wortschatz der Flugzeugbauer und ihres Nachwuchses, der Akademischen Fliegergruppen (Akafliegs) an den Hochschulen. Wie und wozu gezachert wird, das fragt man am besten den Namensgeber.
Hans Zacher ist ein hochbetagter Mann, der voll spöttischer Weisheit steckt. "Nicht alles glauben, was alte Leute erzählen! Alte Leute haben viel Schreckliches erlebt, aber das meiste ist gar nicht passiert." Er liebt lockere Sprüche und ist doch eine ernste Frohnatur. "Haben zwei Gutachter die gleiche Meinung, dann ist einer kein Fachmann", lautet so ein Spruch. Zacher hat sein Leben dem Fortschritt der Fliegerei verschrieben. Sein Ruhm ist groß, ohne die Grenzen seiner kleinen Fachwelt zu überschreiten.
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Hans Zacher zachert den DuoDiscus beim idaflieg-Sommertreffen 2001
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| Er zählt zu den Vätern und eifrigsten Förderern einer Veranstaltung, die den Flugzeugbauernachwuchs jährlich in Aalen-Elchingen zusammenführt. Es ist das Vergleichsfliegen der Interessengemeinschaft Deutscher Akademischer Fliegergruppen (Idaflieg). Dabei werden Leistungen und Eigenschaften neuer Segelflugzeuge nach einer umfangreichen Prüfliste begutachtet. Es geht um Kurvenwechselzeiten, Schieberollmomente, Längsstabilität und vieles mehr. Zacher hat die Liste nicht erfunden, doch hat er sie zum anerkannten Maßstab gemacht, weshalb sie nun Zacher-Protokoll heißt. Man sagt einfach: Das Flugzeug wird gezachert. Zu den Werkzeugen des Zacherns gehört ein Winkelmesser für verschiedene Fluglagen, Phipsitheta genannt - unlösbares Rätsel für jede Quizveranstaltung. |
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Vergleichsflug in Elchingen
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| Die deutschen Segelflugzeugbauer danken ihre führende Stellung in der Welt nicht zuletzt den Akafliegern, die Ideenwerkstätten, Entwicklungsbetriebe und Erprobungsstellen in einem sind. Einige ihrer Konstruktionen waren richtungweisend für die Luftfahrt.
Geboren 1912 in Lüdenscheid, machte Zacher die ersten Flugversuche zu einer Zeit, als für eine einzige Sekunde in der Luft noch eine volle Stunde in der Werkstatt abgeleistet werden musste. Nach dem Abitur ging er in die Schlosserlehre - nicht gerade ein Sprungbrett für wissenschaftliche Karrieren. 1933 begann er ein Studium an der TH Darmstadt, die schon damals einen hervorragenden Ruf im Flugzeugbau hatte. So kam er zu den Akafliegern, in eine Gemeinschaft, die ihn nie wieder losließ. Der Diplom-Ingenieur schloss sich der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug an, deren Abteilungsleiter (Flugmechanik) er bis Kriegsende war. In seinem wegweisenden Bericht über die "Flugeigenschaftsprüfung" des Hochleistungsseglers D 30 Cirrus (1944) ist noch nichts von dem Witz zu spüren, der später seine Vorträge zu brillanten Auftritten machte. Aus Zachers Gesetzen: "Ein der Hand entgleitendes Werkzeug fällt stets so, dass es den größtmöglichen Schaden anrichtet."
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Prof. Richard Eppler, Dipl.-Ing Hans Zacher
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| Hans Zacher hat beruflich und ehrenamtlich für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit vieler Flugzeuge gearbeitet. Nicht nur beim idaflieg Vergleichsfliegen spricht man vom "Zachern", sondern weltweit in der Fachwelt und für die Flugeigenschaftsuntersuchungen bei Segelflugzeugen und Motorflugzeugen hat Hans Zacher den Anstoß gegeben, so dass Fachleute weltweit vom "Zachem" sprechen, wenn Flugzeuge bzw. Segelflugzeuge systematisch nach bestimmten Prüfprozeduren ingenieursmäßig nach einem Fahrplan getestet wird, den man Zacher - Protokoll nennt.
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Paul Tssandier Diploma |
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Das "Paul Tissandier Diplôme" wird von der Fédération Aeronautique International, kurz FAI genannt, seit 1952 an jene verliehen, die mit ihrer Arbeit, Hingabe und Initiative der Sache der Luftfahrt im allgemeinen und des Luftsports im besonderen dienen. In Anerkennung seiner großen Verdienste für die Luftfahrt wurde Hans Zacher mit diesem Diplom von der FAI ausgezeichnet. Die Laudatio wurde bei der festlichen Eröffnungszeremonie der Generalversammlung der FAI in Linköping/Schweden im Oktober 2000 gehalten. Überreicht wurde die Auszeichnung von dem amtierenden Präsidenten der Ostiv, Prof. Loek Boermans, im Rahmen der Feier zum 50. Idaflieg Vergleichsfliegen im Sommer 2001 in Aalen-Elchingen.
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Prof. Loek Boermans
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